Ortsgemeinde: Schutzkonzept gegen Hochwasser wird umgesetzt

Burgschwalbach, den 07.09.2018

Rat Prüfung nach Fördermaßnahmen läuft in Burgschwalbach – Auch Römerquelle war Thema bei Gemeinderatssitzung

Von unserer Redakteurin Sabrina Rödder

Burgschwalbach. Hochwasserschutz ist in vielen Orten ein Thema, nachdem es in jüngster Zeit häufiger zu Überschwemmungen durch Starkregen gekommen ist. Auch in Burgschwalbach gab es in den vergangenen Jahren Überschwemmungsschäden. Daher befasste sich der Gemeinderat mit der Aufstellung eines Hochwasserschutzkonzepts für den Ort. Das Ergebnis: Das Konzept wird umgesetzt. Doch zuerst soll geprüft werden, ob es Fördermaßnahmen seitens des Landes gibt. „Ohne Fördermaßnahme sind wir außerstande, das zu leisten“, hält Ortsbürgermeister Ehrenfried Bastian fest und fügt hinzu, dass es bislang noch keine Kostenschätzung gibt. „Wir gehen aber mindestens von einem fünfstelligen Betrag aus.“ Sobald klar ist, ob das Konzept gefördert wird, soll ein Architekt beauftragt werden – laut dem Ortschef am besten noch in diesem Jahr.

Der Gemeinderat hat sich dafür ausgesprochen, Retentionsräume im Palmbachtal in Richtung Panrod zu errichten, also Rückhaltebecken, wo teils auch automatisch Schieber aus Metall hochgehen, wenn Hochwasser kommt – Ähnliches gibt es in Oberneisen. Diese Art von Hochwasserschutz sei relativ naturbelassen erstellbar. „Wir wollen keine unschönen Klötze anbringen, die das Landschaftsbild schädigen“, sagt Bastian, erklärt aber zugleich, dass es Aufgabe des Experten ist, genauere Konzepte auszuarbeiten.

Ein weiteres Problem, dass im Zuge des Hochwasserschutzkonzepts angegangen werden soll, sind die insgesamt fünf Brücken und Durchlässe im gemeindlichen Besitz Burgschwalbachs. Zur Verbesserung der Abflussleistung des Palmbachs sollen die Versorgungsleitungen unter das Bachbett verlegt werden, die sich zurzeit noch unter den Brücken im Abflussquerschnitt befinden. Denn die Brücken verfügen laut Bastian nicht über den erforderlichen Durchmesser. Auch bei Hochwasser soll hier genügend Platz sein, damit Wasser durchfließen kann. „Da werden jetzt Gespräche mit den Versorgern geführt“, sagt der Ortsbürgermeister.

Angedacht ist zudem, die Informationsübermittlung seitens der Rettungsleitstelle zu verbessern, so Bastian. „Die Ortsgemeinde hätte gern Infos seitens der Rettungsleitstelle, wenn zum Beispiel schon in Ketternschwalbach oder gar in Panrod Hochwasser steht“, erklärt der Ortschef. Ebenso zum Konzept gehörten die Gespräche mit den Bürgern, die aufgesucht und beraten wurden, auch eigene Schutzmaßnahmen zu treffen.

Gegenstand der Ortsgemeinderatssitzung war zudem die Abdeckung der Römerquelle. Die vorherige war bekanntlich Kupferdieben zum Opfer gefallen. Ein Angebot für rund 3900 Euro für eine neue Abdeckung, ebenfalls wieder kegelförmig, hat die Ortsgemeinde bereits vorliegen. „Die Abdeckung ist aus einem anderen Metall, zwar hochwertig, aber im Handel nicht so teuer. Die lohnt sich also nicht zu klauen“, drückt Bastian seine Hoffnung aus, dass nicht erneut Diebe am Werk sein werden. „Im Rahmen des Tourismus ist die Römerquelle wichtig. Die liegt direkt am Radwanderweg. Wenn wir das offen lassen würden, geht es auch irgendwann an die Bausubstanz des Brunnens, also der Quelle“, sagt der Ortsbürgermeister. Burgschwalbach hatte eine Spende von 1000 Euro von der Naspa-Stiftung erhalten und nochmals circa 1000 Euro von Privatleuten.

In der Sitzung wurde außerdem darüber informiert, dass die Gemeinde den Kauf eines neuen Transportfahrzeugs für die Feuerwehr mit 3000 Euro unterstützt, das kommendes Jahr angeschafft wird. Bei dem alten Fahrzeug läuft unter anderem der TÜV ab. „Ein solches Fahrzeug ist für unsere Feuerwehr unerlässlich. Damit fahren die Einsatzkräfte immerhin zum Einsatzort“, bekräftigt Bastian die finanzielle Unterstützung.

Der Ortsbürgermeister informierte zudem darüber, dass im September eine Verkehrsschau der Panröder Straße organisiert wird. Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Diez will man Lösungen finden, wie Gefahrenquellen behoben werden könnten, eventuell durch eine Tempo-30-Zone. Auch gibt es hier laut Bastian Engpässe durch Falschparker.

 

RZ Rhein-Lahn-Kreis (Ost) Diez vom Freitag, 7. September 2018, Seite 22