+++   12. 12. 2021 Burgschwalbach singt  +++     
 

Burg Schwalbach

ACHTUNG !

Wegen Restaurierungsarbeiten ist die Burg, sowie das Restaurant voraussichtlich bis 2023 für Besucher geschlossen.
   

Die Burg  Schwalbach, die wohl schönste Taunusburg, wurde unter dem Grafen Eberhard V. von Katzenelnbogen zwischen 1368 und 1371 erbaut. Die Gemeinde selbst wurde im Jahre 790 in einer Urkunde Karls des Großen erwähnt. 1368 erhielt der Ort Stadtrechrechte.

 

Heute beherbergt die Burg ein Restaurant. In dieser einmaligen, gemütlichen Burgatmosphäre können Sie ihr persönliches Fest genießen. Der Rittersaal eignet sich besonders für Veranstaltungen, wie Ausstellungen, Hochzeitsfeste, Familien-, Firmenfeiern, Trauungen usw.

 

Die Burg Schwalbach wurde von Graf Eberhard V. von Katzeneinbogen in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut. Die in der Literatur bisher angegebene Bauzeit von 1368-71 erscheint nicht nur kurz; sie findet auch keine Erwähnung in dem Urkundenbestand des Katzenelnbogener Grafenhauses. Die Jahreszahl 1368 wurde wahrscheinlich übernommen, weil für Burgschwalbach Stadtrechte verliehen wurden. Nach der Limburger Chronik dürfte die Bautätigkeit im Jahre 1362 oder noch früher begonnen haben.

 

Wie die Burgruine durch ihre architektonisch abgewogene Gruppierung sich dem Auge einprägt, so überrascht ein Blick auf ihren Grundriß durch die ungewöhnliche Regelmäßigkeit der Raumverteilung. Sie steht in dieser Hinsicht unter den Wehrbauten des späten Mittelalters fast einzig da.

 

Die Bauweise der Burg gibt zu erkennen (die Mauerstärken sind noch bedeutender als man es von den Katzenelnbogener Burgen gemeinhin gewohnt ist), daß sie zur Zeit der Einführung der Feuerwaffen gebaut wurde. Bemerkenswert ist auch, daß sowohl beim Bergfried als auch bei der Schildmauer Schießscharten fehlen, läßt man winzige Lichtlöcher außer acht.

 

Nachdem man 1737 die Burg wegen umfangreicher Schäden dem Verfall preisgegeben hatte, verkaufte man 1817 das Porten- und Torhaus am Eingang der Burg an den Zimmermeister Georg Philipp Schnabel. Dessen Sohn errichtete nach An- und Umbauten 1858 eine Restauration. Die Nachfahren dieser Familie Schnabel sind 1931 als Burgverwalter und Pächter der Gaststätte der im Staatsbesitz befindlichen Burg angegeben. Um wenigstens den weiteren Verfall der Burg zu verhindern, mußten immer wieder umfangreiche und kostspielige Reparaturen ausgeführt werden. Da außer einer geringen Pacht keine Einnahmen zu verzeichnen waren, stellte man sich 1936 die Frage, ob man die Burg dem Pächter zum Kauf anbieten sollte. Da es sich um ein Kulturgut handelte, bei dem die Erhaltung in privater Hand nicht gewährleistet war, wurde davon abgesehen.


Der Zugangsweg zur Burg führte Anfang dieses Jahrhunderts noch durch den Halsgraben. 1903 baute Familie Schnabel in unmittelbarer Nähe der Burg ein Gästehaus, zu dem ein Privatweg angelegt wurde. Dieser Weg, später Paul Morant gehörend, wurde immer mehr als Zufahrt zur Burg genutzt. 1965 wurde er auf Gemeindekosten mit einer Teerdecke versehen. Später kaufte die Gemeinde den Burgweg und verbreiterte ihn. 1952 mußten dringende und unaufschiebbare Instandsetzungsarbeiten an der Burg und dem Nebengebäude durchgeführt werden, nachdem in den Jahren davor nur die notdürftigsten Bauunterhaltungsarbeiten vorgenommen wurden.

 

Unter der Regie des Staatlichen Hochbauamtes bemüht man sich seit Anfang der siebziger Jahre, die Burg durch umfangreiche Umbauten und Renovierungen wieder in ihren ur- sprünglichen Zustand zu versetzen. 1972 baute man eine Gewölbedecke über dem Palasgebäude ein; 1973 wurde darüber ein neuer Dachstuhl aufgebracht und in altdeutscher Schieferdeckung eingedeckt. Die Türme am Palasgebäude (2 Ecktürmchen und 1 Treppenturm) stellte man neu auf und deckte sie ein, der Treppenturm erhielt eine neue Treppe und die Wehrgänge wurden neu hochgemauert und isoliert. 1975 erfolgte die Schließung des Kreuzgewölbes über dem ehemaligen Küchentrakt. Wegen der Umbauarbeiten mußte Mitte 1980 die Gaststätte im Torgebäude geschlossen werden. Der ehemalige Saalbau wurde abgerissen und die Ausbauten in der Kapellenruine entfernt. Im Palasgebäude entstand in der Zwischenzeit ein neues Burgrestaurant. Durch den kleinen Innenhof erreichbar, befindet sich auf gleicher Ebene die Gaststätte für etwa 50 Personen, ebenso Küche und Vorratsräume. Im Obergeschoß bietet ein Raum, mit einer Empore ausgestattet, für ca. 120 Personen Platz. Ende 1982 konnte das Burgrestaurant eröffnet werden. Heute bewirtschaftet Norbert Brückner die vielbesuchte Burg.

 

Der Mühlturm

Er ist Teil der früheren Stadtmauer. Die Mauer zog sich von der Burg um den alten Dorfkern.

 

 

 

Quelle:
Auszug aus dem Text “Die Baubeschreibung der Burg Schwalbach” von Hannelore Becker
Bericht wurde dem Heimatbuch zur 1200 Jahrfeier (01. – 04. Juni 1990) entnommen.
Das Buch kann bei der Ortsgemeinde erworben werden.