Burg Schwalbach

Vorschaubild

ACHTUNG !

Wegen Restaurierungsarbeiten ist die Burg, sowie das Restaurant voraussichtlich bis Ende 2021 für Besucher geschlossen.
   

Die Burg  Schwalbach, die wohl schönste Taunusburg, wurde unter dem Grafen Eberhard V. von Katzenelnbogen zwischen 1368 und 1371 erbaut. Die Gemeinde selbst wurde im Jahre 790 in einer Urkunde Karls des Großen erwähnt. 1368 erhielt der Ort Stadtrechrechte.

 

Heute beherbergt die Burg ein Restaurant. In dieser einmaligen, gemütlichen Burgatmosphäre können Sie ihr persönliches Fest genießen. Der Rittersaal eignet sich besonders für Veranstaltungen, wie Ausstellungen, Hochzeitsfeste, Familien-, Firmenfeiern, Trauungen usw.

 

Die Burg Schwalbach wurde von Graf Eberhard V. von Katzeneinbogen in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut. Die in der Literatur bisher angegebene Bauzeit von 1368-71 erscheint nicht nur kurz; sie findet auch keine Erwähnung in dem Urkundenbestand des Katzenelnbogener Grafenhauses. Die Jahreszahl 1368 wurde wahrscheinlich übernommen, weil für Burgschwalbach Stadtrechte verliehen wurden. Nach der Limburger Chronik dürfte die Bautätigkeit im Jahre 1362 oder noch früher begonnen haben.

 

Wie die Burgruine durch ihre architektonisch abgewogene Gruppierung sich dem Auge einprägt, so überrascht ein Blick auf ihren Grundriß durch die ungewöhnliche Regelmäßigkeit der Raumverteilung. Sie steht in dieser Hinsicht unter den Wehrbauten des späten Mittelalters fast einzig da.

 

Die Bauweise der Burg gibt zu erkennen (die Mauerstärken sind noch bedeutender als man es von den Katzenelnbogener Burgen gemeinhin gewohnt ist), daß sie zur Zeit der Einführung der Feuerwaffen gebaut wurde. Bemerkenswert ist auch, daß sowohl beim Bergfried als auch bei der Schildmauer Schießscharten fehlen, läßt man winzige Lichtlöcher außer acht.

 

Nachdem man 1737 die Burg wegen umfangreicher Schäden dem Verfall preisgegeben hatte, verkaufte man 1817 das Porten- und Torhaus am Eingang der Burg an den Zimmermeister Georg Philipp Schnabel. Dessen Sohn errichtete nach An- und Umbauten 1858 eine Restauration. Die Nachfahren dieser Familie Schnabel sind 1931 als Burgverwalter und Pächter der Gaststätte der im Staatsbesitz befindlichen Burg angegeben. Um wenigstens den weiteren Verfall der Burg zu verhindern, mußten immer wieder umfangreiche und kostspielige Reparaturen ausgeführt werden. Da außer einer geringen Pacht keine Einnahmen zu verzeichnen waren, stellte man sich 1936 die Frage, ob man die Burg dem Pächter zum Kauf anbieten sollte. Da es sich um ein Kulturgut handelte, bei dem die Erhaltung in privater Hand nicht gewährleistet war, wurde davon abgesehen.


Der Zugangsweg zur Burg führte Anfang dieses Jahrhunderts noch durch den Halsgraben. 1903 baute Familie Schnabel in unmittelbarer Nähe der Burg ein Gästehaus, zu dem ein Privatweg angelegt wurde. Dieser Weg, später Paul Morant gehörend, wurde immer mehr als Zufahrt zur Burg genutzt. 1965 wurde er auf Gemeindekosten mit einer Teerdecke versehen. Später kaufte die Gemeinde den Burgweg und verbreiterte ihn. 1952 mußten dringende und unaufschiebbare Instandsetzungsarbeiten an der Burg und dem Nebengebäude durchgeführt werden, nachdem in den Jahren davor nur die notdürftigsten Bauunterhaltungsarbeiten vorgenommen wurden.

 

Unter der Regie des Staatlichen Hochbauamtes bemüht man sich seit Anfang der siebziger Jahre, die Burg durch umfangreiche Umbauten und Renovierungen wieder in ihren ur- sprünglichen Zustand zu versetzen. 1972 baute man eine Gewölbedecke über dem Palasgebäude ein; 1973 wurde darüber ein neuer Dachstuhl aufgebracht und in altdeutscher Schieferdeckung eingedeckt. Die Türme am Palasgebäude (2 Ecktürmchen und 1 Treppenturm) stellte man neu auf und deckte sie ein, der Treppenturm erhielt eine neue Treppe und die Wehrgänge wurden neu hochgemauert und isoliert. 1975 erfolgte die Schließung des Kreuzgewölbes über dem ehemaligen Küchentrakt. Wegen der Umbauarbeiten mußte Mitte 1980 die Gaststätte im Torgebäude geschlossen werden. Der ehemalige Saalbau wurde abgerissen und die Ausbauten in der Kapellenruine entfernt. Im Palasgebäude entstand in der Zwischenzeit ein neues Burgrestaurant. Durch den kleinen Innenhof erreichbar, befindet sich auf gleicher Ebene die Gaststätte für etwa 50 Personen, ebenso Küche und Vorratsräume. Im Obergeschoß bietet ein Raum, mit einer Empore ausgestattet, für ca. 120 Personen Platz. Ende 1982 konnte das Burgrestaurant eröffnet werden. Heute bewirtschaftet Norbert Brückner die vielbesuchte Burg.

 

Der Mühlturm

Er ist Teil der früheren Stadtmauer. Die Mauer zog sich von der Burg um den alten Dorfkern.

 

 

 

Quelle:
Auszug aus dem Text “Die Baubeschreibung der Burg Schwalbach” von Hannelore Becker
Bericht wurde dem Heimatbuch zur 1200 Jahrfeier (01. – 04. Juni 1990) entnommen.
Das Buch kann bei der Ortsgemeinde erworben werden.


Aktuelle Meldungen

Ortsgemeinde: Arbeiten an der Burg Schwalbach im Zeitplan

(29.08.2014)

Sanierung Staatssekretär Barbaro informierte sich über Projekt des Landes – Wiedereröffnung 2017/2018 Von unserem Redakteur Uli Pohl

Burgschwalbach. Die Arbeiten zur Sanierung der Burg Schwalbach liegen im Zeitplan. Das teilte gestern Kerstin Neeb, Projektleiterin des Landesbetriebs Liegenschaften und Baubetreuung (LBB) in der Zweigniederlassung in Diez, mit. Sie informierte mit weiteren Vertretern des LBB und Thomas Metz, Generaldirektor von der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Staatssekretär Salvatore Barbaro im Rahmen seiner Sommertour zu wichtigen Bau- und Sanierungsprojekten des Landes.

Zurzeit läuft der dritte Bauabschnitt. Dafür hatte das Land in seinem Doppelhaushalt für 2014 und 2015 insgesamt 3,5 Millionen Euro für die Burg Schwalbach vorgesehen. Der Abschnitt umfasst die Sanierung der Stützmauern im Hang zum Ort hinab sowie des westlichen und östlichen Wirtschaftsgebäudes einschließlich der Schildmauer. Weitere noch instand zu setzende Mauerwerke sind die Ringmauern Nord, Nordost, Ost mit Ostturm und Gefängnisturm, die Ringmauer Südost mit Pächterwohnhaus und Tordurchfahrt sowie am Palas und an den Höfen. Die vom Ministerium bereitgestellten Mittel decken die Baukosten, die mit 3,485 Millionen Euro veranschlagt sind. Der dritte Abschnitt soll 2015 abgeschlossen werden.

Im November wurden die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt der Burg beendet. Er begann 2012. Die Gesamtkosten dafür betrugen rund 2 Millionen Euro. 2012 wurde die Sanierung der Ringmauer Nordwest mit Gewölbe unter dem Westbau und der Kapelle abgearbeitet. Weiter wurden abgetragene Mauerstücke vor dem Torbau wieder aufgemauert. Im September 2012 begann die Einrüstung des Bergfrieds. Danach konnten ergänzende Voruntersuchungen am Bergfried vorgenommen werden. 2013 folgte die Sanierung des Bergfrieds. Insgesamt sind rund 6,7 Millionen Euro für die Sanierung der Burg Schwalbach veranschlagt. Für den letzten und vierten Bauabschnitt, der die Instandsetzung des Gefängnisturms, der Ringmauer Nord, Nordost, Ost, Südost mit Ostturm sowie der Außenhülle des Torhauses aus Naturstein beinhaltet, werden die Gesamtbaukosten bis zum März des kommenden Jahres ermittelt. Hinzu kommt das Verputzen der Fassaden am Pächterwohnhaus und der Torausfahrt sowie die Sanierung des Mauerwerks am Palas. Dafür muss das Land im nächsten Doppelhaushalt 2016/2017 noch die Mittel bereitstellen. Wann die Burg jedoch wieder der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden kann, ist zurzeit noch offen. Volker Satony, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hahnstätten, dankte dem Land für die bisher zügige Abwicklung der Finanzierung und dem LBB für Ausführung der Arbeiten. Er bat jedoch darum, für weitere Parkplätze rund um die Burg zu sorgen: „Das war schon immer ein Problem, besonders bei größeren Besuchergruppen.“

Generaldirektor Thomas Metz sicherte der Gemeinde Burgschwalbach und der Verbandsgemeinde zu, beide im Vorfeld der Wiedereröffnung in die künftige Nutzung und Planung mit einzubinden. Ein Zeitpunkt der Eröffnung könne jedoch noch nicht genau definiert werden. Anvisiert sind die Jahre 2017 oder 2018.

 

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Freitag, 29. August 2014, Seite 21

 

Kerstin Neeb, Projektleiterin des LBB, erläuterte Staatssekretär Salvator Barbaro und dem Landtagsabgeordneten Jörg Denninghoff den Stand der Sanierung. Zurzeit ist auch der Innenhof mit eingerüstet. Foto:Uli Pohl

 

Keine Möglichkeit für vorzeitige Eröffnung der Gastronomie

Der Wunsch der Gemeinde Burgschwalbach, bereits vor Abschluss der Bauarbeiten an der Burg Schwalbach für eine Gastronomie zu sorgen, kann leider nicht erfüllt werden. Das teilten Kerstin Neeb und Thomas Metz auf Anfrage des Landtagsabgeordneten Jörg Denninghoff (SPD) mit. Mitglieder aus den Fraktionen des Rats trugen die Bitte an Denninghoff während seines Antrittsbesuchs in der Gemeinde heran. „Die Gastronomie bereits vorher zu öffnen, ist zu aufwendig“, sagte Metz. Kerstin Neeb ergänzte: „Wir können nicht für die Sicherheit garantieren. Das Gefahrenpotenzial in einer Baustelle ist einfach zu hoch. Metz und Neeb zeigten jedoch Verständnis für das große Interesse der Ortsgemeinde an der Nutzung ihrer Burg. Metz sagte dazu: „Zurzeit erfassen wir das Potenzial, das die Burg in Zukunft bietet. Dazu zählt natürlich vor allem der Tourismus.“ Dabei sei es wichtig, das gesamte Umfeld der Burg und die Region in die Erhebung mit einzubeziehen. Auch diesbezüglich würden Gemeinde und Verbandsgemeinde frühzeitig in die Entscheidungen eingebunden. up

 

Foto zu Meldung: Ortsgemeinde: Arbeiten an der Burg Schwalbach im Zeitplan