Ortsgemeinde: 40 Architekten zeigen Interesse an der Burg

Burgschwalbach, den 07.07.2018

Neugestaltung Burgschwalbach erhofft sich bis Oktober neue Lösungen für sein Wahrzeichen – Land lobt Wettbewerb aus

Von unserer Redakteurin Sabrina Rödder

Burgschwalbach. Gleich 40 Architekten aus dem gesamten Bundesgebiet bekundeten jetzt ihr Interesse an der Entwicklung der Burg Schwalbach. Denn der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung hat einen Wettbewerb ausgelobt. Mit Sachverständigen und Preisrichtern fanden in der Burgblickhalle eine Vorbesprechung und anschließend eine Begehung des Geländes statt, bei der sich die Architekten ein Bild von der Burg machen konnten. Der Zweck des Ganzen: Künftig soll in der Burganlage wieder eine Gastronomie betrieben werden. Mit Beginn der umfangreichen Bauarbeiten im Jahr 2011 wurde diese bekanntlich geschlossen.

Teil der Konzeptentwicklung sollen auch flexibel nutzbare Veranstaltungsräume sein, die die Tages- und Ausflugsgastronomie ergänzen. Auch Bereiche der Außenanlage sollen für eine gastronomische Bewirtschaftung hergerichtet werden. Zudem soll der Freiraum rund um die Burg mit Burggarten gestaltet werden, hinter der Burg sollen Parkplätze entstehen, und der Bereich vom Parkplatz aus durch das Torwächterhaus und den äußeren Burghof soll eine Besucherführung erhalten – etwa durch Infotafeln oder sonstige Markierungen, wo sich diverse Besonderheiten der Burg wie Torhaus und Kapelle befinden. Die Architekten, die der Ausschreibung gefolgt waren, zeigten sich recht euphorisch, beschreibt Burgschwalbachs Ortsbürgermeister Ehrenfried Bastian die Stimmung beim Treffen. „In einzelnen Gesprächen habe ich gemerkt, dass viele der Architekten heiß auf dieses Projekt sind und es als eine Herausforderung sehen. Der Bau von Wohnungen ist zum Beispiel etwas ganz anderes – das kann praktisch jeder“, sagt Bastian. Aus der direkten Umgebung waren keinerlei Architekten zugegen. Der Ortsbürgermeister sagt dazu, dass er zuvor welche aus Diez und anderen umliegenden Städten angesprochen habe, die das Projekt aber wohl als zu groß ansehen. Die meisten Architekten seien aus dem Süden Deutschlands angereist. Aber sogar auch aus Estland habe es eine Anfrage gegeben. „Auch wenn dieser Architekt natürlich nicht bei dem Treffen dabei war, zeigt er großes Interesse an dem Projekt“, sagt Bastian.

Im Oktober werden die Ergebnisse präsentiert und von den Preisrichtern bewertet. Insgesamt stehen 50 000 Euro als Preisgeld zur Verfügung, von denen der Erstplatzierte 20 000 Euro, der Zweitplatzierte 12 500 und der Drittplatzierte 7500 erhält. Weitere 10 000 Euro dienen der Anerkennungen, die zum Beispiel auf viermal 2500 Euro aufgeteilt werden können. Das Konzept, das gewinnt, soll 2019 weiter ausgearbeitet und umgesetzt werden.

Welches Budget letztlich für die Umsetzung des gastronomisch-touristischen Konzepts zur Verfügung steht, ist noch offen. Das Land Rheinland-Pfalz als Bauherr hat laut Bastian also noch nichts vorgegeben. Mit Abschluss des jetzigen Bauabschnitts, der noch andauert und unter anderem die Instandsetzung der Mauerwerke beinhaltet, sind es laut Bastian 8 000 000 Euro, die das Land in die Burg investiert hat. Für Burgschwalbach ist es laut Ortsbürgermeister wichtig, dass die Burg für Besucher geöffnet bleibt, da sie als beliebtes Ausflugsziel samt Eventlocation die Ortsgemeinde aufwertet. Auch vor Start der Sanierung haben hier Tagungen und ebenso Hochzeiten stattgefunden. Im Dorf gibt es dazu extra Gästehäuser und Ferienwohnungen.

Abschließend hält Ehrenfried Bastian fest, dass sich die Ortsgemeinde Burgschwalbach durch die Wettbewerbsarbeiten Lösungen erhofft, auf die sie selbst noch nicht gekommen ist. „Wir sind hoch gespannt, was nachher dabei herauskommt“, so der Ortsbürgermeister.

RZ Rhein-Lahn-Kreis (Ost) Diez vom Samstag, 7. Juli 2018, Seite 23

 

Kerstin Neeb vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung erläuterte den Interessenten den aktuellen Sanierungsstand der Burg. Bis Oktober haben die Architekten Zeit, um ihre Arbeiten zu erstellen. Foto: Ehrenfried Bastian

 

Foto: Kerstin Neeb vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung erläuterte den Interessenten den aktuellen Sanierungsstand der Burg. Bis Oktober haben die Architekten Zeit, um ihre Arbeiten zu erstellen. Foto: Ehrenfried Bastian