Senioren

 

 

Sicher geglaubte Strukturen verändern sich zunehmend auch in ländlichen Gemeinden. Aufgrund von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändert sich auch unser Dorfleben nachhaltig. Berufliche Anforderungen bedingen oft weite Anfahrten, häufig wird sogar ein Wegzug aus dem Dorf unumgänglich. Die Jungen müssen sich an den Standorten ihrer Arbeitsplätze orientieren. Die Folge davon ist in vielen Fällen eine zunehmende Überalterung der Dörfer. Der Trend, wie vor Jahren noch, aus der Stadt aufs Land zu ziehen, kehrt sich wieder um. Die Folge hiervon ist u. a. eine Verschlechterung der Verkehrsanbindung. Die Versorgung mit Dingen des täglichen Lebens findet überwiegend über Großmärkte statt. Diese befinden sich in der Regel im nächsten „Ballungsraum" und keineswegs im naheliegenden. Gleiches gilt für die ärztliche Versorgung und aufgrund der demografischen Entwicklung bei der Bevölkerung, wie auch den Ärzten, ist hier keine schnelle und befriedigende Lösung in Sicht. Wo ist die nächste Postfiliale? All dies bringt für viele ältere Menschen in ländlichen Gebieten eine Reihe von schwer, bis gar nicht zu bewältigende Probleme mit sich. Weitere Folgen dieser tiefgreifenden Veränderungen sind Alleinsein und drohende Vereinsamung. Beziehungen und Traditionen gehen verloren. Unsere Gesellschaft unterliegt einem Jugendwahn. Nur wer jung, schön und faltenfrei ist, zählt! Dabei wird völlig übersehen, was ältere Menschen an Erfahrungen und Wissen in sich tragen! Soll das wirklich alles verloren gehen? Keineswegs......!

 

Um diesem Trend entgegen zu wirken und für ältere Menschen die Lebensqualität zu verbessern, hat sich die Gemeinde dieser Aufgabe gestellt. So wurde ein Altencafe ins Leben gerufen, welches sich durch vielfältige gemeinsame Aktivitäten auszeichnet. Weiter gibt es die Seniorengruppe "Aktiv für Burgschwalbach" eine rüstige, nicht nur handwerklich geschickte, Gruppe, die mit viel Engagement ehrenamtlich Tätigkeiten im Ortsbereich ausführt. Mit dem Seniorenkreis der evangelischen Kirchengemeinde, der sich einmal im Monat trifft, werden weitere Möglichkeiten geboten, sich in vielfältige Aktivitäten einzubringen. Jeder kann sich nach seinen Interessen und Vorstellungen mit einbringen und etwas finden, was ihm Spaß macht. All diese Angebote ergänzen sich, sie bieten für jeden das Richtige. 

 

Machen Sie mit!

 


Aktuelle Meldungen

Ortsgemeinde: Zukunft für ältere Generation gestalten

(02.03.2012)

Seniorenbeirat Ehrenamtliche zeigen Initiative, setzen auf sinnvolle Zusammenarbeit und praktische Hilfe. Von unserer Mitarbeiterin Dagmar Schweickert

Katzenelnbogen. Hoch konzentriert haben 23 Senioren aus dem Rhein-Lahn-Kreis in Katzenelnbogen an der Zukunft ihrer Altersgenossen gearbeitet. Beim Seminar für Seniorenbeiräte, das die Landesseniorenvertretung ausrichtete, stand das strukturierte Arbeiten für die ältere Generation im Mittelpunkt.

„Leider gibt es im gesamten Rhein-Lahn-Kreis bisher nur einen einzigen Seniorenbeirat”, klagte Horst Weller von der Landesseniorenvertretung. Dabei seien die Gremien, die sich ehrenamtlich für die Belange der Senioren einsetzten, unermesslich wichtig. „Wir bezeichnen Seniorenbeiräte gern als Gelenk zwischen den Aktiven, die etwas für die Senioren anbieten, und denjenigen, die das tragen wie die Verbandsgemeindeverwaltungen.” Weller war voll des Lobes über die Verbandsgemeinde Katzenelnbogen. Dort funktioniere das Miteinander des Seniorenbeirats und offizielle Stellen wunderbar.

„Es wäre schön, wenn jede Verbandsgemeinde einen solchen Beirat einrichten könnte”, lautet sein Wunsch. Er deutete an, dass manche Bürgermeister sich dagegen sträuben, eine zentrale Anlaufstelle für ältere Mitbürger in Form eines Beirats anzubieten. „Das geschieht wohl oft aus Unkenntnis, denn Seniorenbeiräte sind nicht unbequem. Der Aufwand ist nicht groß. Alle arbeiten ehrenamtlich, und die Kosten, die durch Einladungen oder Ähnliches entstehen, liegen meist höchstens zwischen 500 und 1000 Euro pro Jahr”, ist seine Erfahrung.

Am Seminar im Haus der Familie Katzenelnbogen beteiligten sich 23 Frauen und Männer aus den Verbandsgemeinden Katzenelnbogen, Diez, Nassau, Hahnstätten und St. Goarshausen. In Gesprächsrunden wurden zentrale Fragen erörtert. Es ging um Möglichkeiten, Initiative zu zeigen, sinnvolle Zusammenarbeit und praktische Hilfe im Alltag.

Nach einiger Zeit ertönte ein Gong, die Zusammensetzung an den Diskussionstischen wechselte, und eine neue Frage kam auf den Tisch. Auf braunem Papier als „Tischdecke” wurde großflächig notiert, was der Generation am Herzen liegt. Seniorengerechte Freizeitangebote, große Schrift, niedrige Bordsteine, kurze Wege – die Vorschläge nahmen kein Ende. Mit Blick auf neue Seniorenbeiräte nahm Weller potenziellen Helfern der Zukunft auch ein wenig Angst: „Wir wissen, dass die neue Generation der Senioren sehr selbstständig und freiheitsliebend ist. Kaum jemand will sich in der Freizeit fest für eine Aufgabe verpflichten.” Das sei völlig in Ordnung, meinte Weller. Chöre seien ein Beispiel dafür: „Alteingesessene Chöre geben oft auf, weil die Menschen nicht mehr regelmäßig proben und auftreten wollen. Aber bei Projektchören, die sich nur für eine gewisse Zeit treffen, ist der Andrang groß.”

Ähnlich sei es auch bei der Arbeit für und mit Senioren. Viele Menschen wollten sich sozial engagieren, dabei sei ihnen aber wichtig, dass sie das Tempo, die Frequenz und die Aufgaben nach eigenem Gusto wählen können. „Wir brauchen also eigentlich nur eine kleine Kadereinheit als Stamm und viele Freiwillige, die je nach Projekt mithelfen.”

Für die Kreise seien Seniorenbeiräte auf jeden Fall ein Gewinn: „Senioren bringen nach einem langen Berufsleben eine hohe Qualifikation mit. Sie können helfen, auf die demografische Entwicklung einzugehen und die Verwaltung unterstützen, bei den älteren Mitbürgern für den Wohlfühleffekt zu sorgen, der nötig ist, damit die Senioren in der Region leben wollen.” Infos unter www.landes seniorenvertretung-rlp.de

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Freitag, 2. März 2012, Seite 18

Niedrige Bordsteine, große Schrift, seniorengerechte Freizeitangebote und kurze Wege waren unter anderem Wünsche der Älteren. Foto Schweickert

 

Organisation älterer Mitbürger berät, gibt Anregungen und fördert Erfahrungsaustausch

Der Seniorenbeirat ist die Interessenvertretung älterer Menschen. Er berät Organe der Gemeinde, Stadt, Verbandsgemeinde oder des Landkreises in allen Selbstverwaltungsangelegenheiten dieser Einwohner. Der Seniorenbeirat gibt Anregungen an Behörden, Verbände und Organisationen zugunsten älterer Mitbürger. Er fördert den Erfahrungsaustausch, die Meinungsbildung und Koordinierung von Maßnahmen, die Senioren betreffen. In Rheinland-Pfalz gibt es zurzeit 86 Seniorenbeiräte. Der Westerwaldkreis ist nach Angaben der Landesseniorenvertretung der einzige ohne Seniorenbeirat, der Rhein-Lahn-Kreis der einzige mit nur einem Seniorenbeirat.

(Quelle: Landesseniorenvertretung Rheinland-Pfalz)

Foto zu Meldung: Ortsgemeinde: Zukunft für ältere Generation gestalten

Ortsgemeinde: Fördermittel für barrierefreies Wohnen

(13.04.2011)

In Deutschland wohnen viele ältere Menschen in Wohnungen, die nicht barrierefrei ausgestattet sind. Doch gerade für ältere und behinderte Menschen hat die Barrierefreiheit oberste Priorität. Treppenstufen, schmale Türen und fehlende technische Unterstützung können sich schnell als Hemmnis erweisen, und das Leben in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus wird beschwerlich. Das Land Rheinland - Pfalz unterstützt, wie MdL Frank Puchtler mitteilt, im Rahmen des Modernisierungsprogramms bauliche barrierefreie Maßnahmen an Gebäuden im Bestand mit Zinsgarantiedarlehen.

Weitere Informationen gibt es, so MdL Frank Puchtler, bei der Landestreuhandbank Rheinland - Pfalz Telefon Nr. 06131 / 4991 - 991 oder unter  www.lth-rlp.de.

Mobile Beratungsteams helfen bei Fragen zum Wohnen im Alter

(28.07.2010)

Modellprojekt endet im September – Weiter Förderung gesichert

Rhein-Lahn. Selbstbestimmt Wohnen im Alter ist vielen Menschen wichtig. Dafür bieten die Mobilen Beratungsteams Unterstützung an. Während des Abschlussempfangs zum Modellprogramm „Neues Wohnen“ in Berlin hat Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder den Mitgliedern des Mobilen Beratungsteams Bad Ems persönlich für ihr freiwilliges Engagement gedankt. Stellvertretend für das Team und das Seniorenbüro „Die Brücke“ nahm Christine Peters die Anerkennung entgegen.

„Das Modellprogramm trägt dazu bei, die demografischen Herausforderungen zu meistern und die Altenhilfe zukunftsfest zu gestalten“, so die Bundesfamilienministerin. Sie betonte, dass neben altersgerechten Umbaumaßnahmen auch gute Beratung, Hilfe und Unterstützung im Wohnumfeld nötig sind. Die Teams des Kompetenznetzwerks Wohnen unterstützen Bürger in Rheinland-Pfalz in den Regionen Mainz, Bad Ems, Trier und Landau bei allen Fragen rund um selbstbestimmte Formen des Wohnens im Alter. Aktuell werden in allen Regionen weitere Mobile Berater auf ihren Einsatz vorbereitet. Auch nach dem Ende der Modellphase im September wird das Beratungsangebot durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie weiter gefördert.

Eine ausführliche Informationsveranstaltung des Mobilen Beratungsteams findet in Westerburg am Montag, 13. September, von 18 bis 20 Uhr im Burgmannenhaus statt. Dazu können sich Interessierte anmelden bei Ursula Junk, Deutscher Hausfrauenbund Westerburg, Telefon 02663/269 33.

M Ratsuchende können sich an Uschi Rustler, Seniorenbüro „Die Brücke“, Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises, Insel Silberau 1, 56130 Bad Ems, wenden. Sie ist erreichbar unter Tel. 02603/972 336 oder per E-Mail an . Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.rhein-lahn-bruecke.de

 

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Mittwoch, 28. Juli 2010, Seite 15

Hilfe gibt es sofort auf Knopfdruck

(19.07.2010)

Deutsches Rotes Kreuz Rhein-Lahn kann in Kürze 1000. Hausnotruf anschließen – Sicherheit rund um die Uhr gewährleistet

Es kommt gelegentlich vor, dass Nachbarn erst auf einen Mitmenschen aufmerksam werden, wenn der schon seit geraumer Zeit seine Rollläden nicht hochgezogen hat oder weil sein Briefkasten überquillt. Da kann es aber schon zu spät sein.

Rhein-Lahn. Der Hausnotruf bietet alleinstehenden alten oder behinderten Menschen im Notfall, zum Beispiel nach einem Sturz oder bei plötzlich auftretenden Beschwerden, Hilfe rund um die Uhr. Der Druck auf einen Notrufknopf, der am Körper getragen wird, macht das möglich.

Einzige Voraussetzung: Der Teilnehmer muss über einen Telefon- und Stromanschluss verfügen. Den Rest erledigen verschiedene Anbieter, so auch der DRK-Kreisverband Rhein-Lahn, der seit 1987 über solch einen Service verfügt und in Kürze den 1000. Hausnotruf installieren wird. Blitzschnell kann damit Hilfe herbeigeholt werden. Mit dem Drücken auf einen kleinen mobilen Sender, als Kette oder Armband zu tragen, wird sofort eine Verbindung zur Notrufzentrale in Mainz hergestellt. Über eine Freisprecheinrichtung nimmt sie Kontakt mit dem Teilnehmer auf. Die nötigen Angaben ersieht der Rotkreuzmitarbeiter auf einem Monitor. Im Vorfeld zum Anschluss werden die personenbezogenen Daten, so auch Diagnosen, Medikamente, Hausarzt und Bezugspersonen erfasst. Erfolgt keine Antwort, wird die zuständige DRK-Rettungswache zum Einsatzort geschickt, um Hilfe zu leisten.

Die Rettungswachen in dem jeweiligen Einzugsgebiet verfügen über die Haus- und Wohnungsschlüssel, allerdings nur versehen mit einer Identifikationsnummer. Wem der Schlüssel zuzuordnen ist, welche Medikamente die betreffende Person verabreicht bekommt und welche Diagnosen vorliegen, erfährt der Rettungssanitäter aus Datenschutzgründen aktuell von der Hausnotrufzentrale in Mainz.

Trotz Hinterlegung eines Haustürschlüssels musste in Nastätten nach der Alarmierung eines Hausnotrufes die Polizei hinzugezogen werden, da die Wohnungstür verschlossen war. Bei der kurz zuvor angemeldeten DRK-Hausnotrufteilnehmerin, die in der Küche gestürzt war und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, hieß es, die Wohnungstür sei immer offen. Dadurch kam es zu einer Verzögerung.

Mit zunehmendem Alter fällt es immer schwerer, sein lieb gewordenes Umfeld zu verlassen. Die höheren Lebenserwartungen haben auch ihre Schattenseite. Das Risiko von häuslichen Unfällen und Notsituationen steigt. Insofern bietet der Hausnotruf eine Alternative, länger in der Wohnung zu leben und dennoch die Sicherheit zu haben, im Notfall über rasche Hilfe zu verfügen.(öl)

Der Preis für den Hausnotruf beträgt 35 Euro pro Monat, 16,64 Euro bei Vorliegen einer Pflegestufe; für das Einrichten fallen 10,49 Euro pro Stunde an. Nähere Infos bei Edda Schöffler, Sachbearbeiterin für den DRK-Hausnotruf, Telefon 02603/941 412, E-Mail:

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Montag, 19. Juli 2010, Seite 15

Foto zu Meldung: Hilfe gibt es sofort auf Knopfdruck